von Werner Rügemer*
Der deutsche Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Friedrich Merz hat sich dem mächtigsten Rechtsextremisten der Erde, dem US-Präsidenten Donald Trump, unterworfen: Dazu gehört Verarmung der Bevölkerungsmehrheit und noch mehr Aufrüstung mit Gefahr der nuklearen Vernichtung. Dies hat eine Vorgeschichte, sie begann mit dem ersten Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden Konrad Adenauer. Sein heutiger Nachfolger Friedrich Merz hat bekräftigt: Adenauer hat „die entscheidenden Weichen für die Bundesrepublik gestellt“.
I. Katholischer Aufstieg im protestantischen Kaiserreich
Der Aufstieg des Katholiken Adenauer begann im protestantischen Kaiserreich.
Nach dem Ende der kurzen Herrschaft Napoleons konnte das Königreich Preußen sich auch
Ruhrgebiet und Rheinland einverleiben, mit der größten Stadt: Köln. Preußen und der
aufsteigende Kapitalismus hatten den alt-feudalen Katholizismus als Ideologie abgeworfen:
Der Protestantismus wurde zur Staatsreligion: Nach den katholisch gesegneten
Feudalherren ging es jetzt um die protestantisch gesegneten Gewinne der neuen Privat-Mächtigen, der Kapitalisten.
Die protestantischen Preußen vollenden den katholischen Kölner Dom
Deshalb waren die Preußen auch im Einsatz von Religion hochflexibel: Weil das Rheinland
und Köln mit Erzbistum und romanischen Kirchen katholisch war, förderten die preußischen
Protestanten hier auch den Katholizismus ihrer neuen Untertanen.
So wurden die preußischen Könige barmherzig und finanzierten ab 1842 die Vollendung der
157 Meter hohen Domtürme. Was das reiche katholische Kölner Bistum 600 Jahre lang nicht
geschafft hatte – die protestantischen Preußen schafften es in wenigen Jahren. Und die
Katholiken mussten nun den Preußen dankbar sein.
Übrigens schafften es die Preußen nicht alleine. Auch die mit Preußen aufstrebenden
jüdischen Bankiers von Sal. Oppenheim machten politische Landschaftspflege, bekehrten
sich teilweise zum Katholizismus, mehrheitlich aber zum Protestantismus: Sie wurden die
zweitgrößten Spender für die Vollendung des „katholischen“ Doms. Diese ideologisch
hochflexible Bank wird wichtig werden für den Aufstieg Adenauers, als Oberbürgermeister
(OB) in Köln und dann als Kanzler der Bundesrepublik.
Aufstieg im katholischen Milieu, mit preußischer Protektion
Konrad, dritter Sohn eines vom Handwerker durch Militärdienst zum preußischen
Justizbeamten aufgestiegenen Vaters, durfte aufs Gymnasium, nämlich in das katholische
Königliche Apostel-Gymnasium: Es wurde vom Königreich Preußen finanziert und direkt
neben die katholische Apostel-Kirche gebaut. Hier sollten aus dem katholischen Milieu
Aufsteiger gefördert werden, um in der preußischen Verwaltung, in Unternehmen und
Banken zu dienen. So gratulierte 1894 Ex-Kanzler Bismarck dem Abiturienten persönlich:
Der 18-jährige Konrad war jetzt „einer von uns“.
Nach dem Abitur blieb Konrad im katholischen Milieu, wurde während seines Jurastudiums
in Bonn, München und Freiburg Mitglied der jeweiligen katholischen Burschenschaft. Er
wurde danach in der Kölner Kanzlei von Hermann Kausen angestellt: Der Chef war zugleich
Königlich-preußischer Notar und auch noch Vorsitzender der katholischen Zentrumspartei
im Stadtrat. Damit Konrad 1906 Beigeordneter und schon 1909 Erster Beigeordneter
werden konnte, trat er ins Zentrum ein. Gewählt wurde der Aufsteiger mit Zustimmung der
Liberalen Partei, also der Partei der Unternehmer, Banker und z.B. der Chefs des
beherrschenden Medien-Clans DuMont Schauberg mit der in ganz Preußen verbreiteten
Kölnischen Zeitung. Der Aufsteiger war so im ungewöhnlich jungen Alter von 33 Jahren
Chef der Stadtverwaltung – der ebenfalls katholische OB Max Wallraf, ebenfalls von der
Zentrumspartei, war nur ehrenamtlich tätig.
Nach preußischem Drei-Klassen-Wahlrecht durften in Köln nur bessergestellte Männer
wählen. Die reichen Kapitalisten waren in der Liberalen Partei, die Handwerker und
Beamten im Zentrum. Die SPD konnte kommunal gar nicht gewählt werden, nur im
Reichstag in Berlin hatte sie einen Sitz.
Adenauer sorgte auch für seinen Vermögens-Aufstieg. Er wurde Mitglied im Tennisclub
„Pudelnaß“ – nicht weil er Tennis spielen konnte oder wollte. Aber: Hier traf sich die Jugend
der katholischen High Society. Hier lernte er seine erste Frau kennen, Emma Weyer,
Tochter des Direktors der Kölner Rückversicherung. So konnte sich der Aufsteiger mit
günstigem Kredit im aufblühenden katholischen Villen-Viertel Köln-Lindenthal bald ein
großes Grundstück kaufen und eine 14-Zimmer-Villa bauen lassen, mit Weinkeller.
Verwaltungschef der Frontstadt Köln im 1. Weltkrieg
Adenauer hatte als Verwaltungschef den von den Banken Oppenheim, Levy, Seligmann und
J.H.Stein finanzierten Aufstieg der Kölner Industrie gefördert. Sie waren gleichzeitig auch
die Finanziers der Industrie im Ruhrgebiet, in benachbarten Städten wie Wuppertal und der Eisenbahnen.
Der Kölner OB unterstand dem preußischen Militärgouverneur und den von Preußen
eingesetzten Kölner Regierungspräsidenten. Mit Kriegsbeginn 1914 galt das Kriegsrecht. So
wurde Köln im 1. Weltkrieg sofort die Frontstadt des Deutschen Reiches gegen die nahen
Feindstaaten Belgien, Frankreich und England.
Adenauer hatte vor dem Krieg neben dem Flugplatz Butzweiler Hof noch einen weiteren für
die Zeppeline bauen lassen und auch die Zeppelin-Produktion nach Köln geholt: Zeppeline
warfen sofort zu Kriegsbeginn Bomben auf Städte in Belgien, Holland, Polen, Litauen, auch
auf London: Die menschheitsgeschichtlich erste Bombardierung feindlicher Städte und ihrer
Zivilisten aus der Luft.
Stinnes und Krupp verlagerten Munitionsproduktion nach Köln, Bayer aus Wuppertal
produzierte Giftgas: Die tödlichen Waffen sollten so schnell wie möglich an die Front. Köln
war auch Durchgangsstation für Soldaten an die Front und von der Front, ebenso für
Nachschub und Kriegsgefangene. Auch das besetzte Belgien wurde von Köln aus verwaltet.
Adenauer befreundete sich eng mit den führenden Industriellen und leitete die
kriegswirtschaftliche Steuerung der Frontstadt – die dafür zuständige städtische Behörde
hatte 4.500 Beschäftigte.
Köln: Hinrichtung christlicher Matrosen
Nicht zufällig wurde Köln ausgewählt, um 1917 die wegen „Meuterei“ zum Tode
verurteilten, gegen den Krieg protestierenden Matrosen Albin Köbis und Max Reichpietsch
hier hinrichten zu lassen. Beide waren Christen, aber Mitglieder der Neuapostolischen
Kirche: Die hatte sich wegen des offenen Bekenntnisses von Papst Leo XIII zum
Kapitalismus gegründet. Die „Meuterer“ folgten dem Urchristentum – gegen die
Hinrichtung solcher Christen hatte der Kapital-Christ Adenauer nichts einzuwenden.
Weil der bisherige Kölner OB Wallraf als (vor-)letztes Aufgebot zur strauchelnden
Reichsregierung nach Berlin geholt wurde, wurde Adenauer sein Nachfolger – kein anderer
kam infrage. Gerade weil für die Frontstadt Köln im nicht mehr gewinnbaren Krieg ein
Durchhalte-Politiker gebraucht wurde, bekam Adenauer auf seine Forderung hin sofort das
höchste Gehalt aller OB im Kaiserreich. Er beendete seine Antrittsrede im Oktober 1917
„mit dem von heißer Dankbarkeit durchglühten Schwur der Treue zu Kaiser und Reich, dem
Rufe: Seine Majestät, unser allergnädigster Kaiser und König, er lebe hoch, hoch, hoch!“
„Gestorben für Deutschland“
Auch Adenauer mit seinen Konzernfreunden lehnte 1917 Friedensverhandlungen ab. Die
Millionen toten Soldaten und Zivilisten waren für den gut versorgten, christlich-beamteten
Politiker ein gnadenlos einkalkulierter Kollateralschaden.
„Alle Unbilden des Krieges“ sollen die Deutschen „mit Ausdauer und Vaterlandsliebe
ertragen, wie die Kölner Bevölkerung diese Unbilden bis jetzt ertragen hat“, so erklärte er
im letzten Kriegsjahr im Stadtrat. So rechtfertigte er auch die 41 Toten, die bei einem
britischen Luftangriff auf Köln im Mai 1918 verursacht wurden: „Auch sie sind gestorben
für Deutschland.“
„Deutschland“ – das wird für Adenauer ein leitender Wert bleiben: Die abhängig
Beschäftigten werden ausgebeutet und dürfen geopfert werden, auch im Krieg, zugunsten
der als „Deutschland“ verkleideten Kapitalisten und ihrer privilegierten Mit-Täter.
Kriegsende: Die Revolutionäre umschmeicheln – und vernichten
Den aufkommenden demokratischen Widerstand bekämpfen, den Kapitalismus retten: Das
war zum Kriegsende Adenauers Aufgabe.
Deshalb gestand er anpassungsfähigen SPD-Politikern schon ab 1916 in Verwaltung und
Stadtrat Funktionen zu, obwohl nach preußischem Wahlrecht die SPD gar nicht zur Wahl
antreten durfte. Sein besonderer Helfer wurde der SPD-Politiker Wilhelm Sollmann.
Als sich auch in Köln ein Arbeiter- und Soldatenrat gründete, stellte Adenauer ihm im
Rathaus Räume, Telefon, Schreibkräfte zur Verfügung. Gleichzeitig sorgte er dafür, dass
Sollmann Vorsitzender dieses Rates wurde und auf Großkundgebungen den Kapitalismus als
Kriegstreiber anklagen durfte.
Der christliche Lügner Adenauer lief mit einer Revolutionsbinde am Arm herum, gründete
aber gleichzeitig den „Wohlfahrtsausschuss“: Hier versammelte er seine befreundeten
Banker und Unternehmer – und Sollmann war auch hier dabei. Der Kaiser belohnte
Adenauer im letzten Kriegsjahr mit dem Roten Adlerorden und der Berufung ins Preußische
Herrenhaus, das Oberhaus des Reichstages.
Staat und Stadt vor dem „Bolschewismus“ retten!
Als dann Kaiser Wilhelm II. im November 1918 kurz vor Kriegsende ins Ausland flüchtete,
hielt Adenauer weiter an seinem Eid fest und verurteilte scharf die „schändliche,
verhängnisvolle Flucht“ des Kaisers. Nun könne „das Land dem Bolschewismus in die Arme
treiben“.
Aber Adenauers Wohlfahrtsausschuss ließ die politisch ungeübten und mittellosen
Aktivisten des Arbeiter- und Soldatenrats leerlaufen. So hatte Adenauer stellvertretend für
den geflüchteten Kaiser die „Gefahr des Bolschewismus“ abgewendet. Er rühmte sich
später, mit Sollmann den Arbeiter- und Soldatenrat ausgetrickst und damit „die Rettung der
Stadt aus der Revolution“ geleistet zu haben.
Seinen gnadenlosen ideologischen Opportunismus wie seine gnadenlose Verteidigung des
Kapitalismus hatte er hier gelernt. Damit wird er weiter aufsteigen, als Politiker, schon bald
auch als Multimillionär.
II. Weiterer Aufstieg in der verhassten Republik
Die Beschwörung der „bolschewistischen Gefahr“ blieb Adenauers Leitmotiv. Er rettete
möglichst viel Monarchie hinüber in die Republik von Weimar: Die Beziehungen zu den
Spitzen des Privatkapitals, die Fortführung des Freistaats Preußen innerhalb des Deutschen
Reiches. So wird er bis 1933 dazu beitragen, die NSDAP in die Regierung zu bringen.
Gegen das „Diktat von Versailles“
Adenauer wetterte gegen das „Diktat von Versailles“: Durch diese „unerträgliche
Knechtschaft und Sklaverei“ werde „die nationale und staatliche Existenz vernichtet“, die
deutsche Wirtschaft zerstört, „unsere Kinder welken“, Millionen Deutsche werden „einem
langsamen Tode preisgegeben“. So Adenauer als Präsident des Deutschen Katholikentags
1922 in München – aber den Urheber des Diktats, den US-Präsidenten Wilson, der mit der
Festlegung der Alleinschuld Deutschlands die Kriegskredite der Wall Street und die
Gewinne der US-Rüstungskonzerne sicherte, nannte er nie.
Adenauer geißelte aber den sich ausbreitenden Sozialismus, der das deutsche Volk
„entchristlichen“ wolle. Er geißelte die „Sitten- und Autoritätslosigkeit“, die im
„gemarterten Volk“ genauso entstünden wie „Materialismus und Mammonismus“.
Was Adenauer vom Rechtsradikalismus und der NSDAP unterschied, zunächst, war sein
Lösungskonzept: Katholisches Christentum und als Partei das katholische Zentrum. Weil er
aber die grundsätzliche Kritik am Versailler Diktat teilte, wird seine christlich lackierte
Lösung schrittweise sich mit der rechtsradikalen treffen. Und er wird sich nicht einmal an
seine eigene Partei binden, sondern an die führenden Kapitalisten, wie schon in der
Monarchie.
So erweiterte Adenauer die persönlichen wie institutionellen Beziehungen zu den führenden
Kapitalisten nun auf das ganze Deutsche Reich – und auf die USA.
Im Kölner Rotary Club
Mit den Kölner Bankiers Hagen (Bank Levy), den Oppenheims, Pferdmenges (Schaafhausen,
dann Oppenheim) und Freiherr von Schröder (J.H.Stein), mit den Industriellen Silverberg
(Rheinbraun), Stollwerck (Schokolade), Clouth (Gummi), mit Tietz (Kaufhäuser) und dem
Verleger Neven DuMont (Kölnische Zeitung) war Adenauer 1928 in kleiner Männerrunde
Mitbegründer des Kölner Rotary-Clubs, nach US-Vorbild. Präsident war Pferdmenges.
Pferdmenges’ Einfluss reichte längst über Rheinland und Ruhrgebiet hinaus: 1929 ging sein
Schaafhausen’scher Bankverein in die Deutsche Bank ein. Er beriet 1931 die
Reichsregierung von Kanzler Brüning (Zentrumspartei) bei der Verstaatlichung der
bankrotten Dresdner Bank und Commerzbank und rückte dabei auch in den Aufsichtsrat der
Dresdner Bank und in den Verwaltungsrat der Reichsbank auf.
Umworben im Kreis der Ruhrindustriellen
Die Chefs der vier Kölner Investmentbanken waren Mitglied in Dutzenden Aufsichtsräten
der Ruhr-Konzerne von Flick, Klöckner, Thyssen, Stinnes und auch der IG Farben.
So wurde Adenauer auch umworbenes Mitglied in deren Lobby-Bünden:
III. Im NS: Luxusleben mit Staatspension
Während des NS-Regimes konnte Adenauer mit hoher Staatspension und als Multimillionärein luxuriöses, privilegiertes und freies Leben führen, Auslandsreisen inbegriffen. Erschaute dem Unrecht hochinformiert und erbarmungslos zu. Doch nichts im Leben ist weniger unschuldig, als dem sichtbaren Unrecht seinen Lauf zu lassen. Er hatte den Naziszur Regierung verholfen und leistete trotz – besser: wegen – seiner höchst privilegierten Position keinen Widerstand. Er machte sich dauerhaft mitschuldig – für ewig.
Abwahl eines politisch Ruinierten
Adenauers Zentrum wurde bei den Kommunalwahlen im März 1933 abgewählt, denn sein Ruf war wegen der hohen städtischen Verschuldung längst ruiniert. Die Mehrheit für den NSDAP-Kandidaten kam allerdings nur dadurch zustande, dass die 10 Mandate der Kommunisten für ungültig erklärt wurden – Adenauer und seine Zentrums-Parteiprotestierten nicht.
Zuflucht bei begeisterten Nazi-Christen: Kloster Maria Laach
Adenauer wurde von der NS-Gauleitung aus Köln verbannt. Er fand schnell Unterkunft bei seinem Freund Ildefons Herwegen, Abt des Benediktiner-Klosters Maria Laach in der Eifel.
In den Wochen, als Herwegen Adenauer aufnahm, begrüßte der Abt die Hitler-Regierungbegeistert: „Volk und Staat sind wieder eins geworden durch die Tat des Führers Adolf Hitler“. Der Abt flehte den Segen Gottes auf den Führer herab, so in der Gedenkfeier fürden NSDAP-Märtyrer Arnold Schlageter am 26. Mai 1933 im Kölner städtischen Festsaal Gürzenich.
Das Zentrum unterstützte Hitlers Konkordat mit dem Vatikan. Papst Pius XI. hatte Hitler als„zuverlässigen Vorkämpfer gegen den „Bolschewismus“ gelobt. Vizekanzler Franz von Papen, vor kurzem noch in der Zentrumspartei, kam am 21. Juli 1933 nach Maria Laach:Man feierte das Konkordat. Jetzt galt: Ihr dürft gleichzeitig Mitglied der katholischen Kircheund der NSDAP sein, mit Gottes und Hitlers Segen!
Juni 1933: „Meinetwegen auch Hitler“
Adenauer schrieb im Juni 1933 aus dem Kloster an die befreundete Bankiersgattin Dora Pferdmenges: Meine Partei, das Zentrum, hat versagt, weil sie sich „in den letzten Jahren
nicht rechtzeitig mit neuem Geiste erfüllt“ hat, und: „Meines Erachtens ist unsere einzige
Rettung ein Monarch, ein Hohenzoller oder meinetwegen auch Hitler, erst Reichspräsident
auf Lebenszeit, dann kommt die folgende Stufe. Dadurch würde die Bewegung in ein
ruhigeres Fahrwasser kommen.“
Adenauer konstatierte, dass auch die anderen bürgerlichen Parteien nicht in der Lage
gewesen waren, angesichts der Stärke der Arbeiterbewegung und der Massendemokratie
die bisherige „Ordnung“ zu retten. So bejahte er Krieg und Faschismus als notwendige
Kollateralschäden – übrigens kam für Adenauers Klientel ein erheblicher Kollateralnutzen
heraus, wie für Adenauer selbst.
Pferdmenges: „Wir folgen dem Willen des Volkskanzlers“
1933, also sofort mit Beginn der Hitler-Regierung, erklärte Adenauers wichtigster Berater
und Geldbeschaffer Pferdmenges, damals gleichzeitig im Aufsichtsrat von Dresdner Bank
und Bank Oppenheim: „Wir folgen dem Willen des Volkskanzlers, den Arbeitslosen Arbeit
und Brot zu schaffen.“
Ab 1932 war Pferdmenges Presbyter und Schatzmeister im Vorstand der evangelischen
Kirchengemeinde des Kölner Millionärsviertels Marienburg: Sie hatte sich zur
neugegründeten Nazi-Kirche „Deutsche Christen“ bekannt. Deshalb musste ein neues, viel
größeres Gemeindehaus gebaut werden, mit Räumen auch für die Hitlerjugend und den NS-Frauenbund.
Im Eingangsportal wurde überlebensgroß nicht nur Martin Luther mit dem christlichen
Kreuz, sondern auch ein SA-Mann mit Hakenkreuz und Reichsadler in Stein verewigt. 1934
weihte Pferdmenges das Gemeindehaus ein. So ging also nicht nur, wie in Köln, die
katholische, sondern auch die evangelische Kirche im Milieu der Banker und Industriellen
eine demonstrative, öffentliche Verbindung mit Hitler ein.
Freie, luxuriöse Beweglichkeit unter dem NS-Regime
Adenauer wurde 1933 als Kölner OB nicht entlassen, wie er später log, sondern er wurde
mit hoher Pension in den Ruhestand versetzt.
Hohe Pension, Abfindung, Vermögenserhalt
Er bekam zunächst ein jährliches Ruhegehalt von 12.165 Reichsmark, dann ab 1937
endgültig 15.000 RM, dazu eine Abfindung zum Marktwert für die Kölner Villa. Sein Vermögen blieb ihm voll erhalten. Zum Deal gehörte, daß Adenauer 1936 einer Nazi-Organisation beitrat, der NS-Volkswohlfahrt.
Villen-Aufenthalt in Berlin
So konnte Adenauer 1934, nach dem Aufenthalt in Maria Laach, in Berlin die Villa eines
emigrierten jüdischen Eigentümers mieten, im Prominentenviertel am
Griebnitzsee/Neubabelsberg. Er konnte die Familie mitnehmen und wollte Bankdirektor
werden.
Am 20. Juni 1934 wurde Adenauer während Hitlers Mordaktion gegen die SA-Führung
(Röhm-Putsch) in Hausarrest genommen, aber nach zwei Tagen war das schon vorbei.
Bequem konnte er mit seiner Frau Urlaub im Schwarzwald machen.
Grundstückskauf und Villen-Neubau in Rhöndorf
Mit der Abfindung für seine Kölner Villa konnte er sich dann südlich von Köln im Kur- und
Villenort Rhöndorf ein 6.000 Quadratmeter großes Grundstück kaufen. Er ließ sich eine
Hausanlage bauen wie seine bisherige 14-Zimmer-Villa: Vier Wohnebenen, Privat- und
Repräsentationsräume, Weinkeller, in den Berg hineingebauter Vorratskeller sowie ein
Luftschutzraum, mehrere Terrassen und Eingänge sowie ein Wirtschaftshof für Tiere und
ein weitläufiger Garten. Auch während der NS-Zeit wurde Hauspersonal beschäftigt. Hier
residierte er später auch als Kanzler der Bundesrepublik.
Im regen Austausch mit Organisatoren des NS-Regimes
Er bewegte sich weiter im vermögenden Milieu.
Besuche bei Ruhr-Industriellen
1939 war Adenauer mit Ehefrau eingeladen vom Stahlindustriellen und Hitler-Finanzier
Peter Klöckner. Man traf sich in dessen Villa Hartenfels bei Duisburg in großer Runde. Auch
das Ehepaar Pferdmenges war da.
Mit General Hans Günther Kluge diskutierte man lange über den Vergleich der deutschen
und US-amerikanischen Rüstungskapazitäten – der General kannte sich gut aus: 1941
wurde er Chef der Heeresgruppe Süd beim Vernichtungskrieg der Wehrmacht gegen die
Sowjetunion.
Die Gesellschaft übernachtete in der geräumigen Villa und verbrachte das Wochenende
miteinander. Für die Rückfahrt stellte Klöckner den Adenauers einen Wagen zur Verfügung und schickte eine Sendung „der vorzüglichen Weine“ hinterher, „welche Sie bei uns
probiert haben“, wie es im Dankesbrief des Gastgebers hieß. Im selben Jahr war Adenauer
auch beim familiären Empfang bei einem anderen Freund, dem Hitler-Finanzier Fritz
Thyssen.
Freiherr Kurt von Schröder
Der Kölner Bankier und Rotary-Bruder hatte am 4.1.1933 Hitlers Kanzlerschaft eingefädelt.
Er trat in die SS und in die NSDAP ein, im Mai 1933 wurde er Präsident der Kölner IHK.
Dazu schickte ihm Adenauer „einen ehrlich gemeinten Glückwunschbrief“. Der Bankier
wurde weit über Köln hinaus bis zum Ende ein Akteur des NS-Systems: Organisator des SS-Freundeskreises aus drei Dutzend Industriellen, Sprecher der Reichsgruppe Privatbanken,
Mitglied im Verwaltungsrat der Reichsbank, Mitglied im Verwaltungsrat der Bank für
Internationalen Zahlungsausgleich in Basel/Schweiz, geführt von Thomas McKittrick, den
Adenauer vor 1933 in Berlin getroffen hatte.
Robert Pferdmenges
Adenauers Spendensammler Pferdmenges war auch wichtiger Bankier im NS-Finanzsystem.
Adenauer erkundigte sich bei ihm z.B., ob der gemeinsame Freund Friedrich Flick („als
Mensch und Geschäftsmann anständig und ehrlich“) schon seine RWE-Aktien habe
verkaufen und wieder eine neue Firma habe erwerben können. Die von Pferdmenges
geführte Bank Oppenheim, 1938 in Bank Pferdmenges umbenannt, war dann bis 1945 eine
„kriegswichtige“ Bank.
Goebbels und Abs schützen Adenauers Spekulationsverluste
Hermann Josef Abs hatte 1923 im Kölner Bankhaus Delbrück angefangen. In der Nazizeit
stieg er in den Vorstand der Deutschen Bank auf: Bis 1945 organisierte er Kriegskredite,
war im Aufsichtsrat von drei Dutzend systemwichtiger Banken und Konzerne und
organisierte Arisierungen. Den Überfall auf die Sowjetunion begrüßte der überzeugte
Katholik euphorisch, denn sie sei „der größte Feind der Freiheit und der Menschlichkeit“.
Bei Aktionärsversammlungen forderte ein Kleinaktionär wiederkehrend: Adenauer soll
seinen Millionenkredit zurückzahlen, sonst sei das ein Schaden für die Deutsche Bank und
auch die Aktionäre! Aber Abs setzte durch: Antrag nicht behandeln! NS-Propagandaminister
Goebbels wies die Medien an, Berichte darüber nicht zu veröffentlichen.
Adenauer: Bestinformiert über Krieg und Judenvernichtung
Franz-Rudolph von Weiss, seit 1920 im Generalkonsulat der Schweiz in Köln tätig, ab 1936
Konsul, wurde 1943 Schweizer Generalkonsul für das Rheinland. Weiss war seit Adenauers
OB-Zeit eng befreundet mit ihm und wird nach 1945 wichtiger Berater für Adenauer
Beziehungen in die Schweiz sein.
Auch während der NS-Zeit verkehrten die beiden regelmäßig und familiär. Adenauers
Ehefrau nannte Weiss „lieber guter Onkel“. Der gute Onkel schickte seine Berichte
regelmäßig an seinen Chef, den Schweizer Botschafter in Berlin, Hans Frölicher, einen
begeisterten NS-Sympathisanten, der die Rüstungslieferungen Schweizer Unternehmen und
die Finanztransaktionen deutscher Unternehmen über die Schweiz absicherte. Zugleich
hatte Weiss seit Kriegsbeginn eine international hochbedeutsame Stellung: Er übernahm die
konsularische Vertretung der USA und Großbritanniens, die mit ihrem militärischen Eintritt
in den Krieg die diplomatischen Beziehungen mit Deutschland abgebrochen hatten.
Von Weiss unterhielt „ein feines Netz mit Politikern, Bankiers, Wirtschaftsführern und
hochrangigen Vertretern der katholischen Kirche“. Er berichtete seiner Regierung ab 1941
z.B. über das Warschauer Ghetto, über den Abtransport Kölner Juden, über die Vernichtung
von Juden in Osteuropa, berichtete über Zwangsarbeiter in Unternehmen des Rheinlands.
Hitlers Geheimpolizei Gestapo bescheinigte Weiss, er sei „wegen seiner hervorragenden
Verbindungen zu den verschiedensten Gesellschafts- und Wirtschaftskreisen“ eine der „für
das Ausland besten Nachrichtenquellen“: Adenauer saß an einer der besten
Geheimdienstquellen im NS-Staat.
Gute US-Beziehungen
US-Konzerne rüsteten Hitlers Wehrmacht auf, auch Ford Köln produzierte jetzt
Kriegsfahrzeuge. Adenauers zweite Ehefrau kam aus einer Banker-Familie der Wall Street.
Er empfing US-Besuche in Rhöndorf. Sohn Max bekam an der US-Elite-Universität
Georgetown in Washington 1937/38 ein Stipendium.
Adenauers längstjähriger Freund, seit 1920, war der US-Unternehmer Daniel Heineman. Er
leitete seit 1905 den Elektrokonzern SOFINA mit Europa-Sitz in Brüssel. Er baute
Straßenbahnen in Europa, auch in Köln, als Adenauer OB war. Wegen seiner jüdischen
Abstammung lenkte er wegen der deutschen Besetzung Belgiens ab 1940 SOFINA von New
York aus, die Zusammenarbeit mit der NS-Besatzung verlief dann weiter ohne Störung.
Heineman schenkte Adenauer allein von 1933 bis 1937 in 1000er-Stückelung insgesamt
20.000 RM, nach heutiger Kaufkraft gut 100.000 Euro. So kam Adenauer auch an Devisen für seine Urlaube in der Schweiz, ohne die sonst so scharfe Devisenkontrolle des NS-Staats.
Heineman wird für den späteren Bundeskanzler wichtiger Dauer-Berater in Sachen USA
bleiben.
Aus Prinzip: Kein Widerstand, mit niemandem!
Adenauer konnte ungestört zahlreiche Besuche empfangen. Aber alle Versuche, ihn für eine
Form des Widerstands zu gewinnen, lehnte er ab. 1934 versuchte es Karl Mewis von der
Kölner KPD über einen katholischen Industriellen. Der kam mit der Antwort Adenauers
zurück: „Widerstand – absoluter Unsinn!“
1936 kam der christliche Gewerkschafter Jakob Kaiser von einem dreistündigen Gespräch
zurück: „Es ist mit ihm nicht zu rechnen.“ Ebenso lehnte Adenauer den Kontakt zum
konservativen Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler ab, der mit Offizieren einen
Widerstandskreis gegen Hitler aufbaute.
1944 versuchte es der christliche Gewerkschafter Heinrich Körner. Adenauer lehnte wieder
ab: „Ich will damit nichts zu tun haben.“ Mit seinem Besucher Franz Thedieck,
Oberkriegsverwaltungsrat beim Militärbefehlshaber im besetzten Belgien, machte er sich
über jede Form des Widerstands lustig.
Luxus-Haft 1944
1944 wurde er aus Anlass des Attentats der konservativen Militärs auf Hitler zeitweise
verhaftet. Es war eine Haft de luxe: Im Messelager der Stadt Köln mussten russische
Kriegsgefangene eine Wanne säubern, damit er ein Bad nehmen konnte. Ein Mithäftling
musste ihm die Hose bügeln.
Tochter und Ehefrau brachten ihm Socken und Hemden und besseres Essen und konnten
sich stundenlang mit ihm unterhalten. Im Unterschied zu Mitgefangenen der SPD, der KPD
und des Zentrums wurde er nicht zu Arbeitseinsätzen herangezogen oder in ein KZ
eingeliefert. Mit ärztlichem Attest wurde er schließlich in das von ihm gewünschte
Krankenhaus Köln-Lindenthal verlegt: Nach dem Krieg log er, „ich war im KZ“. (Auch
Adenauer-Stiftung, Wikipedia usw. und auch KI pflegen heute weiter solche Lügen.)
Ohne Reue und Buße: Er wird schuldig für immer
Nach dem NS-Regime wird er, der verschuldete Millionär, als CDU-Vorsitzender und als
Bundeskanzler seine Schuld in neuer Form fortsetzen.
Er wird Menschen, die Widerstand gegen das Unrechtssystem geleistet hatten, verfolgen helfen, auch ins Gefängnis bringen, und wird seine Mitschuldigen decken. Er wird sich als
„Gegner des NS-Systems“ ausgeben. Er wird das Christentum und das christliche
Abendland predigen, aber die christliche Forderung nach Reue und Buße nie befolgen.
Im Gegenteil: Er wird lügen. Er wird sich selbst belügen und er wird die von ihm Geführten
und Regierten belügen und neuem Unrecht aussetzen, auch neuer Kriegsgefahr.
IV. Nach Hitler und Weltkrieg: „Die Politik der Demut“
Nach dem Krieg regelten die westlichen Militärregierungen unter US-Führung das
abgetrennte Westdeutschland neu. Sie verhalfen dem schon früh ausgesuchten Adenauer
zum Vorsitz der CDU, schalteten Konkurrenten und Antifaschisten aus. Viele
Entscheidungen fielen in der Schweiz, wohin der Ausgesuchte häufig anreiste, verkleidet als
Urlauber, auch zur teuren Frischzellen-Therapie in einer Spezialklinik am Genfer See.
In dem 1949 mit Adenauer gegründeten Separatstaat BRD galt das Besatzungsrecht weiter.
Es lag zunächst beim führenden US-Banker John McCloy in seiner Funktion als US-Hochkommissar: Seine Behörde in Frankfurt/Main hatte mehr Personal als Adenauers
Regierung, die zudem in den ersten Jahren kein eigenes Außenministerium haben durfte,
und der Geheimdienst war noch eine CIA-Abteilung. Mit dem Zangengriff von Marshall-Plan
und NATO wurde der Adenauer-Staat zur vorgeschobenen US-Bastion und zum
„Schaufenster“ Richtung „Osten“.
Kissinger: Adenauers „Politik der Demut“
Henry Kissinger, wichtigster Berater von US-Präsidenten im 20. Jahrhundert, veröffentlichte
kurz vor seinem Tod seine Lebensbilanz: „Staatskunst. Sechs Lektionen für das 21.
Jahrhundert“ (New York und München 2022). Kissinger hatte auch den Bundeskanzler
Adenauer beraten: Ihm ist im Buch das erste Kapitel gewidmet, unter dem Titel „Die Politik
der Demut“.
Das heißt: Die deutschen Kapitalisten durften ihre Kriegsgewinne und auch die Gewinne aus
tausenden Arisierungen jüdischer Banken, Unternehmen und Aktien behalten, nicht nur die
in Deutschland, sondern auch in den besetzten Staaten Österreich, Frankreich, Belgien,
Luxemburg, den Niederlanden, Italien, Griechenland, Polen, Dänemark, Norwegen und auch
in der Sowjetunion, der Slowakei, Jugoslawien und Nordafrika. Auch die juristischen,
medialen, wissenschaftlichen usw. Mit-Täter wurden zu 98 Prozent nicht bestraft – aber sie
mussten ihr bewährtes antikommunistisches, antirussisches, wirtschaftliches, technisches
usw. Potential nun demütig einer höheren Macht unterstellen: den USA.
Praktiken der bundesdeutschen Demut vor dem Herrn
Diese Demut, diese Unterwerfung dann aber lügenhaft mit „neuem Selbstbewusstsein“ und
„Wir sind wieder wer“ zu überdecken: Diese Art Demut wird an führender Stelle der
gelernte christliche Lügner und Politikdarsteller Konrad Adenauer verkörpern,
durchexerzieren, prägend für seine Nachfolger und die Bundesrepublik bis heute – so wie
dies heute der Adenauer-Nachfolger, Kanzler und CDU-Vorsitzende Merz weiter inszeniert:
Der US-Regierung alle wesentlichen Forderungen erfüllen und wachsende europäische
Souveränität vorspielen, lügenhaft.
Die Erfüllung des Adenauer-Erbes: Demut vor Donald Trump!
Die BRD hat bis heute keine gültige Verfassung, sondern nur ein provisorisches und ständig
umgebasteltes „Grundgesetz“; und unter Führung der USA gibt es mit und seit dem
technokratisch benannten „2+4-Vertrag“ von 1991 wieder keinen Friedensvertrag in
Europa, keine Reparations-Regelungen: Damit gilt auch das von den USA angeführte
weitere Vorrücken von NATO weiter gegen Russland: Deutschland bleibt weiter ein
Provisorium.
So wird das Erbe Adenauers heute erfüllt: Sein jetziger Nachfolger als CDU-Vorsitzender
und Bundeskanzler erfüllt alle wichtigen Forderungen des mächstigsten und gefährlichsten Rechtsextremen der „freien Welt“: Demut vor Donald Trump.
Deshalb: Auch die Zerstörung der Adenauer-Legenden gehört zum Aufbau eines
demokratischen, friedlichen, sicheren, wohlständigen Deutschland und Europa – im Kontext
einer multipolaren Weltordnung, zu deren Menschenrechten auch die Arbeits- und
Sozialrechte gehören.
Im Herbst 2026 erscheint die ausführliche Adenauer-Biografie im Kölner Papyrossa-Verlag,
mit zahlreichen, auch neuen Quellenangaben, viele aus den USA.
* Werner Rügemer
letzte Veröffentlichungen:
*Werner Rügemer: BlackRock Germany. Die heimliche Weltmacht, ihre
Praktiken in Deutschland und Friedrich Merz. 112 Seiten, 14,80 Euro,
Hintergrund Verlag Berlin 2025, ISBN 978-3-910568-17-4
*Werner Rügemer: Verhängnisvolle Freundschaft. Wie die USA Europa
eroberten, zunächst vom 1. zum 2. Weltkrieg. Köln 2023, 326 Seiten,
22,90 Euro. Französisch: Amitié fatale 2024, hardcover, softcover,
e-Book; spanisch: Una amistad condenada, 2024; englisch: Fatal
friendship, print, e-Book, London, 2025; griechisch: Athen 2026;
chinesisch: China Renmin University Press, Peking 2026
von Helmuth Weiss
In Bremen lässt es sich eigentlich gut leben. Zumindest werden das viele bezeugen, wenn sie in der Öffentlichkeit gefragt werden. Und es stimmt auch: Bremen ist eine liebens- und lebenswerte Stadt. Doch für viele gilt das nicht, für sehr viele sogar.
von Roman Fabian
Die Schließung des Klinikums Links der Weser ist eine falsche politische Entscheidung. Die Koalitionspartner – SPD, Grüne und Linke - haben sich am Anfang der Legislaturperiode von der Geschäftsführung der Gesundheit Nord ein erhebliches Einsparpotential durch die Schließung des Klinikums Links der Weser vorgaukeln lassen.
von Walter Ruffler
In Bremen gibt es eine Debatte um die Umbenennung der Langemarckstraße in Georg-Elser-Allee. Dagegen wehren sich nicht nur die unmittelbaren Anwohner, die sich von der Politik übergangen fühlen. Eine Petition dagegen kann unterschrieben werden. Wir dokumentieren im Folgenden zwei gegensätzliche Stellungnahmen dazu, von Walter Ruffler sowie eine Pressemitteilung der Linken.
weiter lesen...von Roman Fabian
Der Aufsichtsrat kannte nicht alle Papiere !
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In Bremen soll die Abgeordnetenrente „auf ein neues Fundament“ gestellt werden. Sehen wir uns einmal an, was dazu bislang bekannt ist.
Kaum ein Bundesland hat prozentual so viele Niedriglöhner, Langzeitarbeitslose und Hartz-IV-Bezieher wie Bremen. Die Corona-Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung haben das dramatisch verschlimmert. In einigen Ortsteilen leben über 50% aller Kinder in Familien mit Hartz IV-Bezug. Auch die seit 2019 regierende SPD/Grüne/Linke Regierungskoalition hat den Trend nicht aufgehalten. Die Zahl der registrierten Langzeitarbeitslosen in SGB II und III Bezug in Stadt Bremen stieg von April 2020 bis April 2021 um 30,3 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen Hartz-IV-Bezieher stieg um 8,2 % im gleichen Zeitraum. Und gleichzeitig steigen die Mieten und verschlingen für viele bereits 40% oder noch mehr ihres Einkommens. weiter lesen...