Broken USA
250 Jahre Kriege, Lügen und Unterdrückung


von Werner Rügemer*


In seinem neuen Buch "Broken USA. 250 Jahre Kriege, Lügen und Unterdrückung" , erschienen im Hintergrund Verlag, beschäftigt sich Werner Rügemer erneut mit den USA (wie bereits in seinem vorherigen Buch "Verhängnisvolle Freundschaft"). Das kleine Bändchen mit knapp über 100 Seiten sollte Pflichtlektüre sein für alle, die in den USA immer noch unseren Wertepartner sehen. Ein Lehrstück über Kapitalismus pur.  Im Folgenden ein Auszug aus dem Buch mit freundlicher Genehmigung des Autors. (hw)


469 Kriege in 250 Jahren

Seit 1775 haben die USA zunächst für die Erweiterung ihres Staatsgebiets und danach für den Zugriff auf andere Staaten 469 Kriege geführt. Nur in 21 der insgesamt 250 Jahre ihrer Existenz haben die USA keinen Krieg geführt.

36 Kriege gelten als „Große Kriege“. Die anderen waren „militärische Operationen“, aber manche dauerten viele Jahre und waren sehr teuer, viele waren relativ kurzfristige und regional begrenzte Kriege, etwa eine Invasion zum Sturz einer zum Feind erklärten Regierung, häufig, wenn sich diese in einem antikolonialen Kampf gegen eine europäische Kolonialmacht oder auch gegen die USA selbst durchgesetzt hatte.

Zu den 469 Kriegen zählen nicht die Kriege, die von US-unterstützten Terroristen und Stellvertreter-Kriegern geführt wurden und werden. Und es zählen dazu auch nicht die Kriege, die von Banken, Konzernen, Geheimdiensten der USA mitfinanziert, beliefert und mit vorbereitet wurden, teilweise ohne und gegen die eigene US-Regierung.

Die meisten direkten Kriege wurden für die US-Expansion nach dem 2. Weltkrieg geführt, während des lügenhaft so inszenierten „Kalten Krieges“: Der war in Wirklichkeit ein besonders „heißer“ Krieg. Und danach, seit dem Ende der Sowjetunion 1991, führten die USA noch mehr Kriege, insgesamt 251. Sie betrafen 80 Staaten. Die zusätzlich indirekt betroffenen Staaten sind nicht gezählt.


Die zivilen Toten sind meist nicht oder ungenau erfasst, da die USA prinzipiell nur die eigenen getöteten Soldaten zählen. Morde bei US-Kriegsverbrechen werden nicht bestraft, wohl aber steht ihre Aufdeckung unter Strafe, wie es die USA im Umgang mit dem Journalisten Julian Assange demonstrierten.


Verfassungswidriger globaler Dauerkriegszustand

Dabei haben Regierung und Militär bei den allermeisten Kriegen gegen die US-Verfassung verstoßen: Nur 5 der 469 Kriege wurden verfassungsgemäß vom US-Kongress beschlossen.

Für diese verfassungsfeindliche Dauerpraxis seit der Staatsgründung haben die USA auch die gesetzliche und völkerrechtliche Definition von „Krieg“ aufgelöst, verhindern anschließende Friedensverträge, sind im gesetzlosen kriegerischen Dauerzustand. Und dies ist verbunden

- mit den etwa 850 Militärstützpunkten auf allen Kontinenten und annektierten Territorien,
- mit der Dauerpräsenz ihrer Militärgeräte auf dem Boden, auf den Meeren, in der Luft und im Weltraum,
- mit ständigen zusätzlichen Militärmanövern allein oder mit Mitgliedern ihrer Militärbündnisse und sonstigen Vasallen,
mit der weltweit größten Rüstungsindustrie und als weltweit führender Rüstungsexporteur.

Die fünf „großen“ Kriege, verfassungsgemäß

Nur fünf Kriege wurden verfassungsgemäß erklärt. Zudem waren die beiden wichtigsten erklärten Kriege, der 1. und 2. Weltkrieg gegen Deutschland, gleichzeitig begleitet von jeweils einem nicht erklärten Krieg, beide Male gegen die Sowjetunion, den seit 1917 geltenden System- und Hauptfeind der USA.

- 1812-1815 Gegen England: Sicherung des US-Staats als von Old England unabhängiger Kolonialstaat neuen Typs.

- 1846-1848 Gegen Mexiko: Eroberung von mexikanischem Staatsgebiet, wo dann neue US-Bundesstaaten errichtet wurden und die Sklaverei wieder eingeführt wurde: Kalifornien, Nevada, Arizona, New Mexiko, sowie Erweiterungen für Colorado und Wyoming.

- 1898-1902 Gegen Spanien: Befreiung von Kuba, Puerto Rico, der Philippinen und Guam vom spanischen Kolonialregime, aber dann neokoloniale Penetration durch die USA: Einsetzung von Diktatoren und Einrichtung eines Militärstützpunktes (Kuba, Stützpunkt Guantanamo bis heute), Betrieb als staatenloses Protektorat (Puerto Rico bis heute, Philippinen bis 1945), Guam (Militärstützpunkt bis heute)

- 1917-1918 Erster Weltkrieg gegen Deutschland — aber während die US-Regierung unter Präsident Wilson die Neutralität und den Frieden beschwor, war Wall Street mit den führenden US-Rüstungskonzernen sofort 1914 mit Beginn in den europäischen Krieg eingetreten, sie kreditierten und belieferten die Kriegsparteien und gestalteten so den Krieg entscheidend mit.

- 1941-1945 2. Weltkrieg gegen Deutschland — während die US-Regierung unter Präsident Roosevelt die Sowjetunion unterstützte, finanzierte Wall Street gleichzeitig Hitler-Deutschland für den Vernichtungskrieg gegen den gemeinsamen Hauptfeind Russland/Sowjetunion, mithilfe der von Wall Street 1930 gegründeten Bank for International Settlements, BIS, in Basel/Schweiz, durch die Wäsche des Raubgolds und der Raubaktien in den besetzten Staaten.

Die 31 weiteren „großen Kriege“

Neben den genannten fünf verfassungsmäßigen haben die US-Kapitalisten und ihre Präsidenten 31 weitere „große Kriege“ geführt, gegen die Verfassung, unter Umgehung des US-Kongresses, auch ermöglicht durch die eher monarchisch-diktatorische Sonderstellung des US-Präsidenten.

1775-1783 gegen England: Abtrennung der USA als eigener Kolonialstaat (wird zu den „großen Kriegen“ gezählt, obwohl der US-Staat noch nicht gegründet war und noch keine Verfassung galt).

1798-1800 gegen Frankreich: Vertreiben des in Nordamerika noch präsenten Kolonialkonkurrenten.

1801-1805 „Erster Barbaren-Krieg“ gegen das Ottomanische Reich in Nordafrika.

1861-1865 US-Bürgerkrieg: Die Nord- gegen die Südstaaten.

1899-1913 Eroberung der Philippinen: Teil des Krieges gegen Spanien, mit Völkermord mit bis zu einer Million getöteter Zivilisten; Verwaltung und Ausbeutung als Protektorat bis 1946.

1950-1953 Korea-Krieg: zur Sicherung des von den USA 1948 gegen den antikolonialen Aufstand gegründeten Separatstaats Republik Korea (Südkorea), ohne Friedensvertrag bis heute, wie Bundesrepublik Deutschland.

1953 "Operation Ajax" gegen den Iran: militärisch-geheimdienstlicher Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung unter Premierminister Mossadegh, Einsetzung der monarchischen Diktatur unter Shah Reza Pahlevi, vor allem um die Verstaatlichung des britischen Ölkonzerns Anglo-Iranian Oil Company zu verhindern.

1954 "Operation PBSUCCESS" in Guatemala: Sturz der demokratisch gewählten Regierung unter Präsident Jacobo Arbenz, um dessen Landreform zu verhindern, die Interessen des US-Bananen-Konzerns United Fruit berührt hätte.

1955-1975 Vietnam-Krieg: Gegen die nationale Befreiungsbewegung unter Ho Chi Minh; US-Militärs hatten schon seit 1945 die französische Kolonialmacht in diesem Kampf unterstützt, aber den Krieg nach der Niederlage Frankreichs ganz übernommen, mit Völkermord: Systematische, gezielte und großflächige Bombardierungen ("Operation Rolling Thunder"; "Search and Destroy"), Massaker an Zivilisten, Vergiftung von Wäldern, Ernten, Böden ("Agent Orange").

1961 Operation Schweinebucht: Invasion Kubas, um die Regierung der antikolonialen Befreiungsbewegung — Fidel Castro, Che Guevara — zu stürzen: Ihr „Verbrechen“: Sie hatte den von den USA eingesetzten Diktator Batista gestürzt.

1965 -1966: "Operation Power Pack" in der Dominikanischen Republik: Invasion zur Unterstützung der Militärs, die gegen die gewählte Regierung von Präsident Juan Bosch putschten.

1970-1973: Unterstützung der Putsch-Generäle in Chile, um die demokratisch gewählte Regierung unter Präsident Allende zu stürzen; mediale, geheimdienstliche, wirtschaftliche Hilfe bei der Etablierung und langjährigen Sicherung der Diktatur unter General Pinochet, Stopp der von Allende eingeleiteten Verstaatlichungen von US-Konzernen.

1983 "Operation Urgent Fury" in Grenada: Invasion, um die Regierung von Premier Maurice Bishop zu stürzen, der die bisherige britische Kolonialverwaltung gewaltlos abgelöst hatte.

1989-1990 "Operation Just Cause" in Panama: Größte US-Luftlandeoperation seit dem 2. Weltkrieg; die USA setzten eine Regierung ein, die ihr den Zugriff auf den Panama-Kanal sicherte, auch für die Zeit nach dem Ende des Pachtvertrages 1999.

1990-1991 "Operation Desert Storm" gegen Irak: Irak hatte den Golfstaat Kuwait besetzt. Aber die USA hatten begonnen, auch die Golfstaaten als ihr direktes Herrschaftsgebiet zu behandeln und dort Militärstützpunkte einzurichten.

1992-1994 "Operation Restore Hope" in Somalia: Zunächst von der UNO unterstützt für Hilfsmaßnahmen gegen die Hungersnot, dann gingen die USA zu "nation building" über und hinterließen ein Chaos.

1995-2004 "Operation Deliberate Force" in Bosnien-Herzegowina: Die USA mit weiteren NATO-Staaten förderten wie auch sonst in Ex-Jugoslawien die rechtsgerichteten Nationalismen und bekämpften sie gleichzeitig; seit 2004 wird das deshalb konfliktreiche, staatsähnliche Gebilde von einem westlichen „Hohen Repräsentanten“ regiert/überwacht.

1998-1999 "Operation Allied Force" in Jugoslawien: Bombardierung der Hauptstadt der Bundesrepublik Jugoslawien, Belgrad, um auch Serbien als nationalistischen Klein- und Einzelstaat aus Rest-Jugoslawien herauszubrechen. USA mit weiteren NATO-Staaten exekutierten hier zum ersten Mal gegen den NATO-Vertrag einen Krieg ohne den eigentlich erforderlichen Bündnisfall; der Krieg wurde auch ohne Beschluss des US-Kongresses und auch ohne UN-Mandat geführt. Bombardiert wurde auch die Botschaft Chinas. Gleichzeitig sorgten die USA für die Gründung des Separatstaats Kosovo unter Leitung der nationalistisch-rechtsradikalen Terrororganisation UCK.

2001-2026ff. "Global War on Terror": Nach dem Terrorangriff auf das Finanzzentrum in New York verkündete US-Präsident Bush mit der Auflistung von 22 Terroristengruppen den globalen Krieg gegen den Terror. Begriff und Konzept waren allerdings schon 1986 von Präsident Reagan entwickelt worden: Die USA haben das Recht auf präventive Kriege gegen terroristische Feinde des „nationalen Interesses“ der USA; die USA richteten weltweit Foltergefängnisse für tatsächliche und vermeintliche Terroristen („ungesetzliche Kombattanten“) ein, etwa im völkerrechtswidrigen US-Militärstützpunkt Guantanamo (Kuba), verbunden mit der Praxis des „Verschwindenlassens“. Die Doktrin gilt bis heute und zeitlich unbegrenzt; bisher haben dazu die USA Drohnenmorde und Militärschläge in 78 Staaten ausgeführt.

2001-2021 "Operation Enduring Freedom" in Afghanistan: Unter US-Führung mit weiteren NATO-Vasallen wie Deutschland 20 Jahre Krieg gegen die Taliban, nachdem die USA vorher dort selbst Terroristen aufgebaut hatten (Al Qaida); Finanzierung und Anleitung einer Marionettenregierung und einer NGO-Blase in der Hauptstadt Kabul. Aus der „Operation dauernder Friede“ wurde ein 20 Jahre dauernder Krieg. Nachdem etwa ein Million Afghanen getötet worden waren, beendeten die USA plötzlich den nicht gewinnbaren, aber bis dahin hochprofitablen Krieg.

2003-2011 "Operation Iraqi Freedom": Invasion mit der Lüge der „Massenvernichtungswaffen“ des Irak unter Regierungschef Saddam Hussein. Nachdem Hussein als langjährig von den USA ausgerüsteter Stellvertreterkrieger gegen den von der Schah-Diktatur befreiten Iran keinen Erfolg hatte, wurde er gedemütigt und ermordet. Folgen des Krieges: geschätzt eine Million getötete Zivilisten, darunter hunderttausende Kinder. Seitdem betreiben die USA in Baghdad neben einem Militärstützpunkt die weltgrößte Botschaft eines Staates — in der Größe des Vatikanstaats — mit zeitweise 16.000 Mitarbeitern, auch im Jahr 2026 noch als Festung abgesichert, mit Wohnungen, Tennisplätzen, eigenem Kraftwerk, Kino, Swimming pool.

2004-heute "Global Drone Campaign": Fortsetzung des "Global War on Terror", Tötung von Terroristen weltweit, ohne Nachweise oder Gerichtsverfahren, mithilfe von Drohnen; für die unterschiedlichen Entfernungen und Bedingungen auf allen Kontinenten ließ  insbesondere Präsident Obama ab 2008 mit Subventionen des Pentagon etwa zwei Dutzend verschiedene Drohnenarten entwickeln; die dabei oft „unvermeidliche“ Tötung von Zivilisten wird als „Kollateralschaden“ gerechtfertigt. Zur Ausführung nutzen die USA als Zwischen-Leitstationen US-Militärstützpunkte in anderen Staaten, ohne deren Regierungen zu fragen, so in Deutschland etwa den Stützpunkt Ramstein und das US-Militärkommando für Afrika AFRICOM in Stuttgart.

2007-heute in Somalia: AFRICOM aus Stuttgart führt Krieg in Afrika mit Drohnen und Spezialeinsätzen gegen Terroristen, unterstützt die Regierung, aber auch die Abspaltung des Separatstaats Somaliland, das enge Beziehungen mit Israel unterhält.

2011 "Operation Odyssey Dawn" in Libyen: Die USA mit NATO-Assistenz stürzten die Regierung von Muammar al Gaddhafi; der hatte mithilfe der nationalen Ölreserven eine vom Westen und Frankreich unabhängige afrikanische Wirtschaft in Gang gesetzt, mit eigener Währung, auch durch die Erschließung des unterirdischen Süßwassers der Sahara für den Aufbau einer Landwirtschaft in ganz Nordafrika. Gaddhafi wurde ermordet, in Libyen herrschen seitdem zwei feindliche Regierungen und Gangs.

2013-2024 "Operation Juniper Shield" in der Sahel-Zone: Fortsetzung des "Global War on Terror", angeführt von AFRICOM aus Stuttgart, mit Beteiligung Frankreichs; Überwachung und Bekämpfung von Militärgruppen in ganz Nordafrika; Beginn im Niger, dort Betrieb der "US Airbase 201". 2025 zogen sich die USA zurück, erzwungen durch neue, national orientierte Militärregierungen in Niger, Mali und Burkina Faso.

2014-2025 "Operation Inherent Resolve" in Syrien und Irak: Ziel war der Sturz der Assad-Regierung in Syrien. Die USA unterhielten in Syrien mobile Militärstützpunkte, unterstützten islamistische Terrorgruppen, so die kurdische SDF und das East Turkestan Islamic Movement ETIM aus Xingjang/China. Nach dem Sturz Assads setzten die USA mit al-Scharaa, Ex-Al Qaida, dann Ex-Al-Nusra, einen Terroristen als Staatschef ein, auf den sie vorher eine Belohnung von 10 Millionen Dollar zur Ergreifung ausgesetzt hatten. Israel unterstützt dies weiter durch Militäroperationen für den Aufbau einer Groß-Investment-Region der Trump-Regierung.

2015-2025 "Operation Decisive Storm" im Jemen: USA führten mit Golfstaaten und NATO-Mitgliedern Kampf gegen die Huthi-Widerstandsorganisation; tausende Zivilisten wurden getötet, Infrastruktur wurde zerstört, ganz Jemen wurde in Hunger- und Wirtschaftskrise gestürzt — verstärkt durch 2023-2025 "Operation Rough Rider", aber ebenfalls erfolglos blieb, die Huthis wurden nicht besiegt; der wichtigste US-Alliierte Saudi-Arabien zog sich zurück: offizielles Ende der Operation.

2023-2026ff. USA im Libanon: Die USA finanzieren und beliefern Israels Invasion in den Libanon und den Krieg gegen die Hisbollah, mit tausenden getöteten Zivilisten und Millionen Flüchtlingen.

2025-2026 "Operation Epic Fury" gegen Iran: US- und israelische Bombardierungen von Nukleareinrichtungen, Schulen, Universitäten und Infrastruktur, Hinrichtungen Dutzender führender Politiker und Militärs. Trump verkündete den Sieg, aber der Iran kann sich „überraschend“ nachhaltig wehren mit Zerstörungen von US-Militärstützpunkten und Energieunternehmen in den Golfstaaten sowie mit der Kontrolle der für Öl- und Gastransporte wichtigen Straße von Hormus.

Die 433 „kleinen“ Kriege

Unter den „kleinen“ Kriegen sind auch Kriege, die Jahre dauern, sehr teuer sind und viele Tote verursachen, oft viel mehr in der Zivilbevölkerung als im Militär. Zudem haben die USA mehrere Staaten nacheinander mehrmals besetzt. Ein häufiges Ziel ist der militärisch erzwungene Sturz einer allein von den USA als feindlich erklärten Regierung (regime change), sei es durch eine Invasion, durch Hinrichtung, durch Beauftragung von Stellvertretern oder auch durch eine Kombination dieser Praktiken.

Im Folgenden jeweils eine kleine Auswahl aus verschiedenen Typen der „kleinen“ Kriege.

Bombardierungen

- Laos 1964—1973: massivste Bombardierung eines Landes pro Einwohner in der Kriegsgeschichte, wegen vermuteter Lieferungen an die vietnamesische Befreiungsfront, geschätzte 200.000 getötete Zivilisten.

- Kambodscha 1969-1973: Bombardierung wegen vermuteter Lieferungen an die vietnamesische Befreiungsbewegung, getötete Zivilisten geschätzt zwischen 100.000 und 500.000.

Mehrfach-Invasionen und Besetzungen

- Nicaragua: 1912-1933 Besatzung und Installierung der Diktatur (Somoza-Clan); 1981-1990 Finanzierung der Contras gegen die nationale Befreiungsbewegung der Sandinisten.

Kuba: 1898-1902 Besatzung; 1906-1909 Besatzung, 1952 Installierung einer US-freundlichen Diktatur (Batista-Clan); 1961 US-Invasion („Schweinebucht“) gegen die erfolgreiche Befreiungsbewegung, die Batista vertrieben hatte.

- China: 1928-1965 Unterstützung für Diktator Tschiang Keishek, gegen die nationale Befreiungsbewegung unter Mao Tse-Tung; ab 1949 mit dem nach Taiwan geretteten Tschiang Keishek-Clan terroristische Angriffe auf die Volksrepublik China, von Taiwan aus; seit 1979 langfristige Aufrüstung Taiwans gegen China.

- Afghanistan 1979-1989 "Operation Cyclone": die USA organisieren eine Geheimoperation des CIA mit Milliarden Dollar und mit Waffen für die islamistischen Mujahedin, die die erste weltliche, nicht-monarchische, auch von der Sowjetunion unterstützte Regierung Afghanistans bekämpfen. Die Lieferungen und Anweisungen laufen über Pakistan und dessen Geheimdienst. Nach geschätzt zwischen 600.000 und zwei Millionen getöteten Zivilisten und mehreren Millionen Flüchtlingen hinterlassen die USA nach 10 Jahren ein Chaos mit Bürgerkrieg.

Ab 2001 führten die USA mit einer erweiterten Vasallen-Allianz, darunter Deutschland („Unsere Sicherheit wird auch am Hindukush verteidigt“, so 2002 der deutsche Verteidigungsminister Struck) einen erneuten Krieg in Afghanistan an ("Operation Enduring Freedom"), der diesmal 20 Jahre dauert.

Iran 1953-2026: die USA leiteten den Putsch gegen die gewählte Regierung Mossadegh und setzten die monarchische Diktatur von Shah Reza Pavlevi ein (1953); nachdem diese Diktatur durch eine Volksbewegung gestürzt wurde, finanzierten und bewaffneten die USA den von Saddam Hussein geführten Irak zum Sturz der iranischen Regierung (Iran-Irak-Krieg, 1980-1988), erfolglos; nach den folgenden, ebenfalls erfolglosen Wirtschaftssanktionen führten die USA, diesmal mit Israel, wieder Krieg gegen den Iran (2025-2026).


Werner Rügemer: Broken USA. 250 Jahre Kriege, Lügen und Unterdrückung. Verlag Hintergrund, 100 Seiten, 10,90 Euro.



* Werner Rügemer
letzte Veröffentlichungen:
*Werner Rügemer: BlackRock Germany. Die heimliche Weltmacht, ihre Praktiken in Deutschland und Friedrich Merz. 112 Seiten, 14,80 Euro, Hintergrund Verlag Berlin 2025, ISBN 978-3-910568-17-4
*Werner Rügemer: Verhängnisvolle Freundschaft. Wie die USA Europa eroberten, zunächst vom 1. zum 2. Weltkrieg. Köln 2023, 326 Seiten, 22,90 Euro. Französisch: Amitié fatale 2024, hardcover, softcover, e-Book; spanisch: Una amistad condenada, 2024; englisch: Fatal friendship, print, e-Book, London, 2025; griechisch: Athen 2026; chinesisch: China Renmin University Press, Peking 2026



Mehr zu Bremen



Bremen ist Spitze !

von Helmuth Weiss

In Bremen lässt es sich eigentlich gut leben. Zumindest werden das viele bezeugen, wenn sie in der Öffentlichkeit gefragt werden. Und es stimmt auch: Bremen ist eine liebens- und lebenswerte Stadt. Doch für viele gilt das nicht, für sehr viele sogar.

weiter lesen...

Am Nasenring geführt
Zur Schließung des Klinikum Links der Weser

von Roman Fabian

Die Schließung des Klinikums Links der Weser ist eine falsche politische Entscheidung. Die Koalitionspartner – SPD, Grüne und Linke - haben sich am Anfang der Legislaturperiode von der Geschäftsführung der Gesundheit Nord ein erhebliches Einsparpotential durch die Schließung des Klinikums Links der Weser vorgaukeln lassen.

weiter lesen...


Zur Debatte um die Umbenennung der Langemarckstraße in Bremen

von Walter Ruffler

In Bremen gibt es eine Debatte um die Umbenennung der Langemarckstraße in Georg-Elser-Allee. Dagegen wehren sich nicht nur die unmittelbaren Anwohner, die sich von der Politik übergangen fühlen. Eine Petition dagegen kann unterschrieben werden. Wir dokumentieren im Folgenden zwei gegensätzliche Stellungnahmen dazu, von Walter Ruffler sowie eine Pressemitteilung der Linken.

weiter lesen...


Neuer Skandal um das Krankenhaus Links der Weser

von Roman Fabian

Der Aufsichtsrat kannte nicht alle Papiere !

weiter lesen...



Die Reform der Abgeordnetenrente in Bremen
von Helmuth Weiss

In Bremen soll die Abgeordnetenrente „auf ein neues Fundament“ gestellt werden. Sehen wir uns einmal an, was dazu bislang bekannt ist.

Weiter lesen...


Soziale Spaltung in Bremen und Hintergründe der unbezahlbaren Mieten
von Rodolfo Bohnenberger

Kaum ein Bundesland hat prozentual so viele Niedriglöhner, Langzeitarbeitslose und Hartz-IV-Bezieher wie Bremen. Die Corona-Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung haben das dramatisch verschlimmert. In einigen Ortsteilen leben über 50% aller Kinder in Familien mit Hartz IV-Bezug. Auch die seit 2019 regierende SPD/Grüne/Linke Regierungskoalition hat den Trend nicht aufgehalten. Die Zahl der registrierten Langzeitarbeitslosen in SGB II und III Bezug in Stadt Bremen stieg von April 2020 bis April 2021 um 30,3 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen Hartz-IV-Bezieher stieg um 8,2 % im gleichen Zeitraum. Und gleichzeitig steigen die Mieten und verschlingen für viele bereits 40% oder noch mehr ihres Einkommens. weiter lesen...